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#Gefördert: Wandel beginnt im Boden

10.08.2026

Das Leben auf dem Land sozialer, ökologischer und einfach lebenswerter gestalten – dafür setzen sich die Menschen am Hof Sonnenwald im Nordschwarzwald ein. Mit unterschiedlichen Formaten begeistern sie immer mehr Menschen für eine regenerative Landwirtschaft, die mit klugen Ideen zukunftsfest wird.

„Sei der Wandel, den du in der Welt sehen willst!“ Nach diesem Ausspruch von Mahatma Ghandi leben und arbeiten 60 Erwachsene und 17 Kinder am Lern- und Gemeinschaftsort Sonnenwald. Zwischen Tannen, Wiesen und Kulturlandschaften betreiben sie regenerative Landwirtschaft und Humusaufbau, nutzen Agrofortsysteme und soziale Wirtschaftsformen. Was auf dem Hof gut funktioniert, kann auf andere Orte übertragbar sein. Daher bringt die Gemeinschaft immer wieder Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Kulturen zusammen.

Teilnehmende der Weltweiterwerkstatt 2026 | Foto: Weltweiterdenken e.V.

Die Welt unter unseren Füßen

Zur Klimakrise gehört auch der Verlust fruchtbarer Böden. Und ohne diese gibt es keine zukunftsträchtige Landwirtschaft. Daher schauten sich die 45 Teilnehmenden der Veranstaltung im Sommer 2026 an, was so alles im Boden passiert. Dazu gehört das Verständnis, wie man langfristig fruchtbare Böden aufbaut, anstatt auf kurzfristige Ertragsmaximierung zu setzen. Aber auch, wie Bäume und Gehölze sich auf die Erde auswirken, ist nicht zu unterschätzen. Denn durch Baum- und Strauchreihen entstehen Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig schützen sie den Boden vor Erosion, verbessern das Mikroklima und fördern den Wasserhaushalt. Über Photosynthese, Laubfall und Wurzelbiomasse wächst die organische Substanz dauerhaft, sodass der Humusgehalt auf den Flächen des Hofes deutlich gewachsen ist.

Agroforstsystem mit Zwetschgen und Kopfbäumen als Biomasseproduktion und Tierfutter. Im Vordergrund der Ackerstreifen mit Hafer-Linse-Anbau zwischen den Bäumen | Foto: Weltweiterdenken e.V.

Belüften statt verdichten – Biodiversität mit Tierhaltung erhöhen

Die Hofgemeinschaft verzichtet in Teilen auf schwere Maschinen, um die Böden zu schützen und zu belüften, statt sie zu pflügen. Eine vielfältige Fruchtfolge und konsequentes Mulchen sorgen dafür, dass der Acker möglichst ganzjährig bedeckt bleibt und so viel Wasser speichert, nicht zu heiß wird und Beikräuter ferngehalten werden. Gerade angesichts zunehmender Trockenperioden ist dies eine wertvolle Anpassungsstrategie an den Klimawandel.

Auch die ganzheitliche Weidehaltung der Rinder trägt zur Bodenverbesserung bei: Durch intensive, aber kurze Beweidung erholen sich Grasflächen besonders gut, die Biodiversität steigt.

Mulchen der Lauchkulturen mit frischem Kleegras und Silage zum Bodenschutz | Foto: Weltweiterdenken e.V.

Wandel, den man schmecken kann

Ob auf dem Acker, oder bei den Hoftieren, ob groß oder klein – alle Besucher*innen haben während ihres fünftägigen Aufenthalts das Leben und Arbeiten auf dem Hof und den bewirtschafteten Flächen praktisch erleben können und sich nach Kräften eingebracht: Sie mulchten, stellten Butter her, fütterten die Tiere und noch vieles mehr. Der Zusammenhang zwischen gesunden Böden, hochwertigen Lebensmitteln und der eigenen Gesundheit wurde spürbar – vor allem bei den gemeinsam aus Hoflebensmitteln gekochten, leckeren Mahlzeiten.

Und wie der Wandel hin zu bewussten Konsumentscheidungen noch weitertragen kann, zeigte sich im Austausch der Teilnehmenden und der Hofgemeinschaft: Praktische Ideen für den heimischen Garten entstanden genauso wie neue Freundschaften und Projekte während den gemeinsam verbrachten fünf Tagen.

Hinter dem Gemeinschafts- und Lernort Sonnenwald steht der Weltweiterdenken e.V., welcher Begegnungsprojekte zu nachhaltigen, ökologischen und sozialen Themen initiiert und begleitet. Das Anliegen des Vereins unterstützt auch unsere Dachstiftung für individuelles Schenken und hat die Veranstaltung 2025 und 2026 gefördert.

Teilnehmende füttern Hühner | Foto: Weltweiterdenken e.V.

Ihr Kontakt

Katrin Schubert aus der Kommunikation der GLS Treuhand

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