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#Gefördert: SOS Humanity – Menschenleben retten, Menschenrechte schützen
02.09.2026
Tobendes Wasser. Das Knarzen des überfüllten Bootes. Verzweifelte Schreie, die im Meeresrauschen untergehen. Dann entdeckt die Crew der Humanity 1 das Boot. Mit ihren Rettungsbooten fährt das Team zu den Menschen in Seenot und bringt sie sicher an Bord. Jetzt können die Geretteten aufatmen.
Ein Einblick in die Arbeit der Seenotrettungsorganisation SOS Humanity.
Das zentrale Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt: Seit 2014 sind dort mehr als 34.700 Menschen ertrunken oder gelten als vermisst. Die meisten Boote starten von der libyschen oder tunesischen Küste - oft überfüllt und kaum seetüchtig. Dabei droht ihnen nicht nur der Tod durch Ertrinken: Die sogenannte libysche Küstenwache fängt Boote immer wieder ab und bringt die Menschen zurück nach Libyen. Dort erleben sie schwere Menschenrechtsverletzungen, darunter Inhaftierung, erniedrigende Behandlung und sexualisierte Gewalt.
„Als die libysche Küstenwache eintraf, schlugen sie auf alle jungen Männer ein. Drei von ihnen sprangen ins Meer, weil sie so massiv geschlagen worden waren. Die libysche Küstenwache ließ sie vor unseren Augen sterben. Sie beschimpften sie sogar, während sie ertranken, und sagten zueinander: ‘Lasst sie sterben, das ist leichter für uns und für sie’."
– Fidaa, aus Syrien, im Juli 2024 von der Humanity-1-Crew gerettet
SOS Humanity im Einsatz
Die zivile Seenotrettungsorganisation SOS Humanity hat ihren Sitz in Berlin. Seit August 2022 ist ihr Schiff, die Humanity 1, im zentralen Mittelmeer unterwegs und holt Schutzsuchende aus Seenot.
Die Organisation hat seit 2016 mehr als 39.500 Menschen vor dem Ertrinken gerettet.
„Als Person mit Fluchtgeschichte bewegt mich das Schicksal der Menschen, die über das Mittelmeer ihren Weg nach Europa suchen, sehr. Ich kenne ihre Träume, weiß, was sie sich wünschen und verstehe auch, was sie dafür zurücklassen und unterwegs durchmachen. Europa lässt diese Menschen nicht nur humanitär im Stich, sondern umgeht auch internationales Recht, wenn es dieses nicht sogar bricht. Ich bin froh und dankbar für jede Organisation, die diese Lücke füllt.”
– Hadnet Tesfai, Journalistin & Moderatorin, Taufpatin für das Schiff Humanity 1
Entdeckt die Crew ein Boot in Gefahr, fährt das professionelle Such- und Rettungsteam mit Schnellbooten zu den Menschen und bringt sie sicher an Bord.
Auf der Humanity 1 kümmert sich dann das CARE-Team um die Geretteten: Es leistet medizinische und psychologische Erstversorgung, verteilt Essen, Wasser und sogenannte Rescue-Kits und klärt die Menschen an Bord über ihre Rechte und die nächsten Schritte nach der Ankunft an Land auf.
„Ich muss eine professionelle Distanz von allem im Rettungsboot wahren, um handeln zu können, aber die Schreie der Kinder mitten auf dem Meer, das trifft einen ins Herz.”
– Nico, Fahrer eines Rettungsschnellbootes
Mehr als Seenotrettung
Die Arbeit von SOS Humanity endet nicht mit der Rettung aus dem Wasser. Die Crew dokumentiert auch Menschenrechtsverletzungen auf See und macht so sichtbar, was sonst oft verborgen bleibt. Das Team nutzt diese Informationen für Aufklärungsarbeit, politische Kampagnen und juristische Verfahren – etwa gegen völkerrechtswidrige Pushbacks.
„Menschen sterben direkt an unseren europäischen Grenzen, und ich habe die Möglichkeit, ihnen zu helfen. Warum sollte ich etwas anderes tun? Für mich als Mensch ist es einfach das Richtige, einander zu helfen und gegen Menschenrechtsverletzungen im Mittelmeer aktiv zu sein.”
– Camilla, Referentin Kommunikation an Bord
Eine Welt, in der niemand auf der Flucht ertrinken muss und jeder Mensch mit Würde behandelt wird - das ist die Vision von SOS Humanity.
Wir danken SOS Humanity für ihre mutigen und wertvollen Einsätze auf See.
Wir freuen uns, diese aus unserer Dachstiftung für individuelles Schenken unterstützen zu können.
Ab 3. September im Kino
Der Dokumentarfilm Where The Waves Took Her begleitet die Berliner Hebamme Anne-Katrin bei ihrem ersten Einsatz an Bord des Seenotrettungsschiffs Humanity 1. Im Mittelpunkt stehen das weibliche Care-Team und die Geschichten geflüchteter Frauen.
Der Film macht sichtbar, was in Berichten oft nur schwer zu vermitteln ist. Hier mehr erfahren: