Aktuelles
Zusammenhalt entsteht vor Ort – jetzt erst recht
11.09.2026
Unsere Haltung nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Der Wahlsieg rechtsextremer Kräfte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist ein Wendepunkt in der politischen Entwicklung unseres Landes. Diese Entwicklung kam nicht überraschend, aber jetzt, schwarz auf weiß, wiegt der Moment trotzdem schwer. Wir haben uns bewusst Zeit genommen, bevor wir uns dazu äußern. In den vergangenen Tagen haben wir mit vielen Menschen und Vertreter:innen aus der Zivilgesellschaft gesprochen, mit denen wir durch unsere Arbeit eng verbunden sind.
Ihre und unsere Sorge um die Zukunft ihrer Arbeit und um den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht nur in Sachsen-Anhalt ist groß. Immer wieder stellen wir fest: Wir begegnen uns immer seltener persönlich und verlernen es, miteinander zu sprechen, wenn es unterschiedliche Meinungen gibt. Das Gefühl von Zugehörigkeit weicht dem der Isolation. Ein Teil dieser Entwicklung hat mit der Logik sozialer Medien zu tun, die durch Polarisierung und eine Überflutung mit Desinformation konstruktive Debatten verhindert.
Nichts ersetzt die alltägliche menschliche Begegnung
An der Empörungsdynamik, befeuert durch soziale Medien, wollen wir nicht teilhaben. Stattdessen fokussieren wir uns auf das, was Zivilgesellschaft braucht: Gemeinschaft. Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen sich tatsächlich treffen, einander zuhören und gemeinsam etwas gestalten; in Vereinen, Initiativen und Nachbarschaften. Die Stärke liegt in der Arbeit vor Ort, dem Kleinteiligen - kurzum: im Graswurzelprinzip.
Die Stärkung der Demokratie ist seit vielen Jahren teil unserer Arbeit und unserer Förderpraxis. Das fängt bei der Unterstützung von Initiativen wie Zukunftswege Ost und dem Fonds für Demokratie an und geht über zu vielen individuellen finanziellen Förderungen von gemeinnützigen Vorhaben wie dem Bildungsprojekt „Rock Your Life!“ in Halle (Saale) oder dem interkulturellen Café Merhaba in Magdeburg. Konkret bauen wir unsere Förderarbeit in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus jetzt gezielt aus – alle aktuellen Förderprojekte sind auf unserer Zuwendungskarte zu finden.
Gleichzeitig wollen wir bewusst über die eigenen, vertrauten Kreise hinausgehen. Wir knüpfen neue Netzwerke, auch mit Partnerinnen und Partnern, mit denen wir noch nicht eng zusammenarbeiten. So wollen wir mehr Räume öffnen, in denen Menschen mit unterschiedlichen politischen Überzeugungen miteinander sprechen können. Denn wir wollen eine Zukunft, in der soziales Miteinander und ein nachhaltiger Umgang mit unserer Umwelt in der Breite ebenso selbstverständlich sind wie die Idee, Schenken und Geld als Gestaltungsmittel für positive Veränderung zu nutzen.