Aktuelles
Stifter*innen gehen auf Tour
08.07.2026
In diesem Jahr hat die GLS Treuhand zum ersten Mal zur Stifter*innenreise eingeladen. Vom 3. bis zum 6. Juni 2026 lernten die Stifter*innen in der Dachstiftung für Individuelles Schenken nicht nur (zum ersten Mal) einige von ihnen geförderten Projekte persönlich kennen, sondern auch andere Stifter*innen, die mitunter dieselben Stiftungszwecke verfolgen.
Bei frühsommerlichen Wetterkonditionen brauchten die Teilnehmenden der Stifter*innenreise nicht nur gute Funktionskleidung, sondern vor allem einen langen Atem, um Bahn- und Autobahnfahrten zu meistern. Denn die teilweise von weit her (u.a. Wien) angereisten Stifter*innen kamen fast ausnahmslos mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Bochum an, um sich und die GLS Treuhand persönlich kennenzulernen, sich auszutauschen und zu vernetzen.
Denn hierhin hatte die Dachstiftung für individuelles Schenken ihre Stifterinnen und Stifter eingeladen. Die Idee dazu entstand schon ein Jahr zuvor anlässlich einer Begegnung in Kassel zum Thema „Forum Zukunft Stiften“, wo – noch im sehr kleinen Kreis – darüber diskutiert wurde, wie man auf die zunehmende Polarisierung, Radikalisierung und weiteren Gefahren für Demokratie und Umwelt reagieren könnte. Eine eindeutige Botschaft von Stifter*innenseite war damals: „Wir müssen uns erst gegenseitig kennenlernen, um dann auch intensiver und miteinander gemeinsame Ziele und Projekte unterstützen zu können.“
In den drei Tagen der Stifter*innenreise gab es dazu viele Gelegenheiten: Eingeleitet von Tanja Schwarz-Trosien mit einer kleinen Vorstellung aus dem Antragsmanagement konnten die Gäste schon am Mittwochabend an der Probe des inklusiven Theaterstücks „So viel Liebe wie ich bin“ des KU|KU|C Theaters in den Claudiushöfen teilnehmen. Das Theaterstück, das frei nach Shakespeares Romeo und Julia und in Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Assistenzbedarf eingeübt wird, gab den Auftakt zu der Fragestellung, die sich auch durch die nächsten Projektbesuche zog. Nämlich: „Wie können wir Vorurteile überwinden, Verschiedenartigkeit akzeptieren, offen und sozial miteinander eine Gesellschaft gestalten, die für alle jetzt und in Zukunft lebenswert ist?“
Im Omnibus für direkte Demokratie sowie auf den Spuren von Bochumer Frauen des ausZeiten e.V., oder durch die sehr persönliche Geschichte von Dennis, der sich im Bodo e.V. für Obdachlose einsetzt – es gab spannende Anregungen dazu. Diese machen Mut und Hoffnung, regen zum Weiterdenken an. Sie zeigten aber auch, welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt. Eindrücklich zeigte sich das bei der Filmvorführung und anschließendem Gespräch von und mit der Umweltorganisation Urgewald e.V. Es gehören eine gehörige Portion Ausdauer, Zähigkeit und Zivilcourage dazu, um etwas zu bewegen. Das bestätigte auch der Austausch mit der Deutschen Umwelthilfe.
Orte des Gelingens
Ob Demokratie- oder Umweltprojekt – all dies braucht finanzielle Mittel. Die Stifter*innen stellten sich hierzu gegenseitig ihre Stiftungsfonds vor und erläuterten die Ziele und Hintergründe ihres Engagements. Den Teilnehmenden hat das nochmals verdeutlicht, welche Kräfte unter dem Dach der Stiftung versammelt sind und – oft unsichtbar, aber mit großem Einsatz – wirken.
„Orte des Gelingens“ sind es, die so entstehen und in ihrer Vielfalt gemeinsam systemische Veränderungen der Gesellschaft bewirken können – so stand es auch als Motto über der Mitgliederversammlung der GLS Treuhand und über dem Vortrag von Wirtschaftswissenschaftler Uwe Schneidewind am dritten Tag der Reise.
Wie bunt und gelingensreich die GLS-Gruppe darüber hinaus ist, erlebten die Teilnehmenden ein ganzes Wochenende lang beim großen Gutes Morgen Festival, zu dem die GLS Bank eingeladen hatte.
Dank der interessierten, lebhaften, glücklicherweise auch humor-geduldigen und nicht zuletzt großzügigen Reisegruppe ist die Stifter*innenreise selbst zu einem solchen Ort des Gelingens geworden – dafür an dieser Stelle ein großer Dank!