Nachgefragt bei Pratap Thapa, Mitbegründer von aQysta

Was macht das Unternehmen aQysta?
Unsere Mission ist es, die Leistungsfähigkeit kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe zu steigern, damit sie sowohl genug für den eigenen Unterhalt erwirtschaften, als auch ihre Gemeinden mit regionalen Nahrungsmitteln versorgen können.
Dafür hat aQysta innovative Wasserpumpen zur Bewässerung entwickelt, die rein mit Wasserkraft angetrieben werden. Es werden keinerlei Elektrizität oder fossile Treibstoffe benötigt. Damit auch ärmere Landwirt*innen diese Technologien nutzen können, hat aQysta das Programm „GROWN Farm Incubator” ins Leben gerufen.


Wie müssen wir uns die Pumpen vorstellen?
Unsere Pumpen nutzen die Kraft fließender Gewässer, also Flüsse, Kanäle oder Schluchten, um Wasser in höhere Ebenen zu pumpen. Für eine möglichst effiziente Kraftausbeute setzen wir auf Wasserräder, Turbinen und unterschiedliche Pumpentypen. Wie gesagt, wird dafür nur die mechanische Kraft genutzt. Die Pumpen laufen daher betriebskostenfrei und klimafreundlich.

 

Wie kam es zu der Idee?
Ich komme selbst aus einer Farmerfamilie in Nepal. Zunächst wollte ich mit meinen studentischen Projekten meine Eltern bei den alltäglichen landwirtschaftlichen Problemen unterstützen: Obwohl unsere Farm in der unmittelbaren Nähe eines Flusses lag, konnte das Wasser mangels Technologie nicht genutzt werden. Wir waren vollkommen abhängig vom Regen. Im Masterstudium nahm die Idee dann weiter Gestalt an und mit zwei weiteren Gründer*innen entstand schließlich ein Businessplan und das Unternehmen aQysta.


Wo kommen die Produkte zum Einsatz?
Mittlerweile werden die Pumpen in über 27 Ländern von Landwirt*innen in entlegenen Gebieten genutzt. Durch die neuen Bewässerungsmöglichkeiten konnten die Menschen dort ihre Produktivität und ihr Einkommen um das zwei- bis fünffache steigern.Der Hauptfokus von aQysta liegt jedoch auf den vier Staaten Nepal, Indien, Indonesien und Malawi. 80 Prozent unserer Produkte kommen dort zum Einsatz, wo es vorher keinerlei Bewässerungssysteme gab.


Wodurch zeichnet sich die Nachhaltigkeit ab?
Es werden keine Emissionen freigesetzt.  Wenn dabei noch konventionelle, also mit fossilen Brennstoffen betriebene, Pumpen ersetzt werden, kann pro Hektar Landfläche sogar eine halbe Tonne CO2 eingespart werden. Auch die kostenfreien Schulungen unseres „GROWN Farm Incubator” Programms tragen zur Nachhaltigkeit bei. Für ärmere Kund*innen bieten wir an, dass die Pumpen im Rahmen einer einkommensorientierten Beteiligung gemietet werden können.
 

Gibt es eine Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung?
Auf jeden Fall und sehr eng. Besonders in den Ländern mit dem zuvor genannten „Farm Incubator Model“. Damit der Service vor Ort sichergestellt ist, beschäftigen wir junge Menschen aus der jeweiligen Region. Von 44 Mitarbeiter*innen arbeiten zehn bei uns in den Niederlanden und 34 in den Ländern Nepal, Indien, Indonesien und Malawi.


Warum hat aQysta die GLS Treuhand als Investorin ausgewählt?
Wir waren auf der Suche nach einem*r Investor*in, für den Sinn und Wirkung an erster Stelle stehen und der zugleich an Technologien und marktbasierte Mechanismen glaubt. Nach Gesprächen mit dem Team der GLS Treuhand waren wir sofort überzeugt, dass wir einen Partner gefunden haben, der mit uns für die genannten Ziele und Werte steht.


Wie wichtig sind solche Investitionen?
Für Firmen wie aQysta, bei denen der Sinn an erster Stelle steht, ist es oft schwierig an das richtige Wachstumskapital zu gelangen. Ohne Investitionen verzögern sich wichtige Meilensteine und Projekte. Erst Investitionen, wie die von der GLS Treuhand, machen langfristige und strategische Unternehmensausrichtungen möglich, anstatt nur von Projekt zu Projekt zu planen.  

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