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#Gefördert: Kritischer Journalismus über rechtsextreme Strukturen
03.11.2026
Was ist dem Rechtsextremismus entgegenzusetzen? Eine von vielen Antworten lautet: unabhängiger, frei zugänglicher, kritischer Journalismus. Genau dafür steht die Kontext:Wochenzeitung aus Stuttgart.
Für das Projekt „Kontext schaut nach den Rechten“ recherchierten sieben Journalist*innen zu Treffpunkten, Akteur*innen und Netzwerken der extremen Rechten in Baden-Württemberg. Von November 2025 bis März 2026 veröffentlichte Kontext im Wochentakt eine neue Recherche, insgesamt 17. Das Projekt leiteten Kontext-Redakteur Minh Schredle und Fachjournalist Timo Büchner.
Strukturen sichtbar machen, Netzwerke aufdecken
Viele der Recherchen entstanden in aufwendiger Kleinarbeit. So wertete Kontext die Berufsangaben Hunderter AfD-Politiker*innen aus dem Südwesten aus, vom Gemeinderat bis zum Bundestag. Das Ergebnis: Darunter sind zahlreiche Beamt*innen, besonders viele aus der Polizei.
Eine andere Recherche beleuchtet den Dachverband Deutsche Burschenschaft. Für mehr als 200 Personen konnte die Redaktion belegen, dass sie zugleich in der AfD und in einer Burschenschaft des Verbands aktiv sind. Weitere Texte widmen sich evangelikalen Gruppen, völkischen Familiennetzwerken und neonazistischen Organisationen, die gezielt Jugendliche ansprechen.
Warum es wichtig ist, solche Strukturen öffentlich zu machen, weiß Peter Schwarz. Der mehrfach ausgezeichnete Redakteur des Zeitungsverlags Waiblingen berichtet seit gut 20 Jahren über Rechtsextremismus im Rems-Murr-Kreis:
„Man muss das öffentlich thematisieren, man muss es einordnen, darüber berichten, man muss das, was ist, darstellen.“ – Peter Schwarz, Zeitungsverlag Waiblingen
Andere Recherchen stellen Menschen vor, die dem Rechtsruck etwas entgegensetzen. Etwa den Verein Pyramidea in Murrhardt, in dem Geflüchtete andere Geflüchtete unterstützen. Oder das Team des ersten CSD in Balingen: Nach der Bundestagswahl sprangen alle Sponsoren ab. Die Organisator*innen fragten 127 Unternehmen und Vereine an, acht gaben Geld, und der CSD fand statt.
„Wo die freiheitliche, inklusive Gesellschaft akut bedroht wird, ist jedes bisschen Courage umso wertvoller.“ – Fides Schopp, Journalistin und Autorin im Projekt
Wissen weitergeben
Eine Auswahl der Recherchen erschien zur Landtagswahl im März 2026 als Broschüre „Recherche gegen Rechts“. Inzwischen liegt sie in soziokulturellen Zentren aus, und zivilgesellschaftliche Initiativen geben sie weiter. Zum Abschluss stellten Autor*innen das Projekt bei einer ausgebuchten Veranstaltung im Stuttgarter Kulturzentrum Merlin vor. Initiativen können weitere Vorträge zum Projekt oder zu einzelnen Themen bei Kontext anfragen.
Alle Recherchen sind im Online-Dossier frei zugänglich.
„Wir sind stolz, mit dem Rechercheprojekt und der Broschüre einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung zu leisten.“ – aus dem Projektbericht der Kontext:Wochenzeitung
Das Projekt haben wir aus unserer Dachstiftung für individuelles Schenken gefördert.