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#Gefördert: Da ist der Wurm drin

06.05.2026

Sulfurylfluorid, ein extrem klimaschädliches Gas, wird immer öfter als Insektizid für den Export von Lebensmitteln und Holz eingesetzt. Damit das aufhört, musste die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit fachlicher Unterstützung des Umweltinstituts München dagegen klagen und erhielt nun vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig Recht.

Das farb- und geruchlose Treibhausgas ist 7.500 Mal schädlicher als CO2 und wird als Insektizid bei Lebensmitteln wie Getreide, Nüssen, Schalen- und Trockenfrüchten verwendet. Auch dient es zur Bekämpfung von Holzschädlingen in Gebäuden und beim Export von Holzprodukten. Beispielsweise gelangt Sulfurylfluorid in die Umwelt, wenn die Schiffscontainer nach der Begasung gelüftet werden und wenn Leckagen entstehen. Allein am Hamburger Hafen hat sich der Einsatz des Gases von 51 Tonnen 2018 auf 196 Tonnen im Jahr 2023 vervielfacht. Die damit verbundenen steigenden Emissionen wurden von Mitarbeitenden der Hamburger Umweltbehörde bemerkt und an das Bundesumweltministerium gemeldet. Zuletzt entsprachen die Emissionen durch Sulfurylfluorid drei Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr – allein in der Bundesrepublik.

Die Deutsche Umwelthilfe und das Umweltinstitut München berufen sich darauf, dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bei der Ausweitung der Zulassung des Gases seine Klimaschädlichkeit nicht berücksichtigt hat und klagten 2025 auf Widerruf. Das Verwaltungsgericht in Braunschweig gab den beiden Organisationen im April 2026 Recht, allerdings darf Sulfurylfluorid noch bis zu 18 Monate lang gebraucht werden – dem wollen die Kläger nun widersprechen.

Das sagt das Umweltinstitut München dazu

Für Fabian Holzheid, Geschäftsführer des Umweltinstituts München, ist auch das aktuelle Teilverbot ein wichtiger Schritt: „Dass Sulfurylfluorid für eine wichtige Anwendung wie die Begasung von Holz in Deutschland seine Zulassung verloren hat, ist ein großer Erfolg für den Klima- und Umweltschutz. Das Insektizid zählt zu den klimaschädlichsten Gasen überhaupt. Zudem liegen wirksame und weniger schädliche Alternativen wie die Wärmebehandlung vor, um Holz exportfähig zu machen. Der Stoff muss nun auch auf EU-Ebene verboten werden, um neue Zulassungen in Deutschland oder anderswo in Europa endgültig zu verhindern.“

Weitere Informationen zu diesem Treibhausgas und der damit verbundenen Klage stellt das Umweltinstitut München zur Verfügung. Unsere Dachstiftung für individuelles Schenken hat dieses Projekt und weitere Initiativen des Umweltinstituts finanziell unterstützt.

Symbolbild: Holzlager | Foto: Canva

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Katrin Schubert aus der Kommunikation der GLS Treuhand

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