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Ein spannendes Stück Bank- und Familiengeschichte des Ruhrgebiets wiederentdeckt

03.08.2023

Die GLS Treuhand fördert seit 2019 zusammen mit weiteren Kooperationspartnern die Aufarbeitung der Geschichte des Ruhrgebiets. Im Vordergrund stehen vergessene Ereignisse, die von „StadtteilHistorikern“ – in der Regel geschichtsinteressierten Laien – nach selbstgewählter Manier aufgearbeitet werden.

Einer der ersten geförderten StadtteilHistoriker des Ruhrgebiets ist der pensionierte Lehrer Norbert Fabisch. Sein Thema ist die erstaunliche Aufstiegsgeschichte der Bankiersfamilie Hirschland über vier Generationen. Sie begann 1811, als der Lehrer Samuel Hirschland nach Essen kam. Sein Enkel Isaac wurde der „Bänker von Essen“ genannt, seine Kinder halfen in der Weimarer Republik der Ruhrindustrie mit amerikanischen Krediten wieder auf die Beine.

In den 1930ern erlebten die Hirschlands, wie die Nazis ihr Stiftungswerk zerstörten, wozu die berühmte Synagoge und zahlreiche soziale Einrichtungen gehörten. Am meisten schmerzte sie der Raub ihrer einzigartigen Gemäldesammlung mit Van Goghs und Cézannes, die für das von ihnen mitgegründete Museum Folkwang bestimmt waren. Auch nach ihrer Flucht in die USA unterstützen die Hirschlands ein Rettungswerk, um möglichst vielen jüdischen Familien zur Emigration zu verhelfen.

Auf Basis des über 16.000 Seiten umfassenden Familienarchivs und nach vielen weiteren Archivbesuchen fasste Norbert Fabisch die Geschichte der Hirschlands in einem gut verständlichen und reich bebilderten Buch zusammen, das nun im Verlag Hentrich & Hentrich erscheint.

Norbert Fabisch, „Die Hirschlands – Aufstieg und Vertreibung einer jüdischen Bankiersfamilie“, ISBN: 978-3-95565-468-9

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