Pressemitteilung: Stadtteil-Historiker starten in sechs Städten des Ruhrgebiets
Bochum, 02.12.2019. Im Rahmen einer feierlichen Stipendienvergabe verkündet heute eine mit Persönlichkeiten aus namhaften Ruhrgebietsinstitutionen besetzte Jury ihre Förderentscheidung. Auch Autor und Kabarettist Frank Goosen gratuliert vor Ort. 18 Stadtteil-Historiker*innen, im Alter von 17 bis 82 jahren, aus sechs Städten des Ruhrgebiets starten damit die Erforschung bislang nicht untersuchter historischen Begebenheiten, Orte oder Personen. Die Stipendien addieren sich auf 27.000 Euro.
„Eine Residenzstadt mit Fürstenhäusern schick finden – das kann ja jeder. Aber anner Emscher dran stehn und sagen ‚Boar wat is dat schon‘ – dafur musse von hier sein.“ – mit diesem Zitat, frei nach Frank Goosen, begann die Bewerbung der Stadtteil-Historikerin Miriam Witteborg aus Dortmund, deren Ziel die Aufarbeitung der Emschergeschichte ist.
Weitere Themen der Stadtteil-Historiker sind unter anderen die 100-jährige Radfahr-Entwicklung in Bochum, der Heimatbegriff aus Migrantinnen-Sicht in Duisburg oder die außergewöhnliche Geschichte der jüdischen Bankersfamilie Hirschland während der NS-Zeit in Essen. Auch die Städte Dortmund, Dinslaken, und Recklinghausen gehören zu den Forschungsorten.
Die Bewerbungen beweisen, wie vielfältig spannend das Ruhrgebiet ist: „Jede Geschichte enthält ein Stück Identität, die durch die abschließende Präsentation für andere erlebbar wird. Nur durch den neugierigen Austausch erhalten wir uns eine offene Gesellschaft und gegenseitiges Verständnis. Das kann und muss Zivilgesellschaft gerade in Zeiten der Gegensätze leisten!“ begründet Hermann Falk, Vorstandsmitglied der GLS Treuhand, das Engagement des Vereins.
Auch Frank Goosen, Schriftsteller, Kabarettist und, was viele nicht wissen, auch Historiker unterstützt die Idee der historischen Forschungen vor Ort: „Woanders ist auch Geschichte, aber es lohnt sich, wie beim Schreiben, direkt vor der Haustür anzufangen. Weltgeschichte kann auch anhand der Nebenstraße erzählt werden.“
Für das Projekt Stadtteil-Historiker wenden die Kooperationspartner*innen aus dem Ruhrgebiet insgesamt 27.000 Euro auf und stellen auch die Jurymitglieder. Jede*r Stadtteil-Historiker*in erhält ein Recherchebudget in Höhe von 1.500 Euro, eine fachliche Begleitung und die Unterstützung bei der Abschluss-Präsentation. Letzteres kann ein Buch, ein Film oder auch ein erlebbare „Hof-zu-Hof-Wanderung“, wie im Fall des Stadtteilhistorikers Dieter Lesemann, sein. Denn alle Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Hinweise für die Presse
Umfangreiche Pressematerialien erhalten Sie im nebenstehenden Download-Bereich
Möchten Sie einzelne Stadtteil-Historiker*innen im Forschungszeitraum begleiten oder wünschen einen Kontakt? Sprechen Sie uns jederzeit an, oder nehmen Sie Kontakt zu den lokalen Kooperationspartner*innen auf.
Die Pressebilder sind ausschließlich für die redaktionelle Verwendung gedacht. Bitte geben Sie bei Nutzung den jeweiligen Rechteinhaber an, die Sie in den Dateinamen finden. Gerne unterstützen wir Sie. Vielen Dank!
Über die Stadtteil-Historiker
Die Durchführung der Stadtteil-Historiker im Ruhrgebiet ist eine Kooperation von Gerda Henkel Stiftung, Bürgerstiftung Duisburg, Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets, Ruhr Museum und GLS Treuhand. Das Projekt Stadtteil-Historiker wurde von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main entwickelt. Projektkoordinator für die Stadtteil-Historiker im Ruhrgebiet ist Dr. Dietmar Bleidick. Weitere Informationen zu dem Projekt erhalten Sie hier.
Jurymitglieder
Klaus Becker, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Duisburg; Prof. Dr. Stefan Berger, Direktor des Instituts für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets; Dr. Hermann Falk, Vorstandsmitglied der GLS Treuhand, Bochum; Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums, Essen; Dr. Angela Kühnen, Vorstandsmitglied der Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf
Über den GLS Treuhand e.V.
Die GLS Treuhand fördert mit Ideen und Geld gemeinnützige Vorhaben für eine aktive, demokratische und offene Bürgergesellschaft. Sie unterstützt mit ihren Stiftungen soziale, ökologische und kulturelle Lern- und Entwicklungsfelder. Daneben verwaltet und berät sie unselbständige und selbständige Stiftungen. Durch Spenden, Schenkungen und Erbschaften förderte sie 2018 mit ihren zahlreichen Partner*innen mehr als 800 Projekte mit über 13 Millionen Euro.