Die Quelle des Lebens

Wasser in den Bergen – angepasste Technologien als Lösung

Im Norden Perus, hoch in den Anden, liegen zwölf Bergbauerngemeinden. Durch jahrzehntelange Abholzung und klimawandelbedingt veränderte Niederschlagsmuster sinken die landwirtschaftlichen Erträge. Wo vor zwanzig Jahren Quellen sprudelten, sind sie heute versiegt. Ohne Bäume können die Böden den Regen nicht halten. Weitere Abholzung führt zu mehr Bodenerosion. Bleibt also nur das Speichern von Wasser, mit dem dann wieder aufgeforstet werden kann. Doch wie kann Wasser auf Höhen von 2.900 bis 4.500 Metern gespeichert werden, wenn es nur Schotterpisten und keine Elektrizität gibt, keine Ingenieur*innen, erst recht keine Statiker*innen und wenig Geld für Baumaterialien?

Victor Sanchez Acosta, der selbst in den Hochanden aufgewachsen ist, nahm den Spaten in die Hand und gründete die Asociación Civil Caminando (ACICA), die heute eine Partnerorganisation der Zukunftsstiftung Entwicklung ist. Frustriert über horrende Kostenvoranschläge entfernt lebender Ingenieur*innen experimentierte Acosta mit dem eigenen Bau eines ersten kleinen Wasserstaubeckens. Zehn Jahre später mit vielen gemeinsamen Evaluationsschritten zwischen Zukunftsstiftung Entwicklung und ACICA existiert ein Baukastensystem für Wasserspeicher mit Zement, Ziegeln oder Geomembran. 

Die Autorin

GESCHÄFTSFÜHRUNG ZUKUNFTSSTIFTUNG ENTWICKLUNG

Dr. Annette Massmann


+49 (0)234 5797-5224
annette.massmann@gls-treuhand.de

Zukunftsstiftung Entwicklung

Von diesem Wissen und technischer Anleitung profitierten im letzten Jahr 2.300 Menschen, die gemeinsam 76 Wasserstaubecken bauten. Zusätzlich errichteten sie an neun Quellen Überlaufbecken. An manche Stau- und Überlaufbecken sind kleinräumige Bewässerungssysteme zur Feldbewässerung angeschlossen. Dank dieser Bewässerung und der Schulung in neuen, organischen Anbaupraktiken stiegen die Erträge bereits im ersten Projektjahr um 10 Prozent. Tausende Bäume wurden gepflanzt. Dank 250 Wasserfiltern verfügen die Gemeinden nun auch über sauberes Trinkwasser.

Das Bergbauernprojekt ist auf drei Jahre angelegt und hat einen finanziellen Umfang von   600.000 Euro. Dabei wird es aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit 75 Prozent bezuschusst. Spenden für das Projekt wirken so vierfach.

Das Projekt ist nur ein Beispiel, wie sich die Zukunftsstiftung Entwicklung gemeinsam mit ihren 77 Partnern für die Entwicklung einfacher, angepasster und kostengünstiger Technologien für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche einsetzt.

Mehr erfahren und spenden

Förderpartner*in: Asociación Civil Caminando (ACICA)
Gefördert durch: Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS Treuhand
Förderbereich: Entwicklungszusammenarbeit

Weitere Informationen

Zurück zum Jahresbericht 2019

Jahresbericht 2019

Anmeldung zum Newsletter

Werden Sie Teil unseres Netzwerks. Im Newsletter informieren wir aus unseren Handlungsfeldern und Stiftungen, berichten über geförderte Projekte, laden zu interessanten Veranstaltungen ein und fassen Neuigkeiten aus der Zivilgesellschaft zusammen. Melden Sie sich an!
Newsletter

Zukunftsstiftung Entwicklung

Die Zukunftsstiftung Entwicklung kooperiert mit 77 Projektpartnern in 18 Ländern. Die Schwerpunkte der Förderung liegen in den Bereichen organischer Landbau, Frauen, selbstverwaltete Mikrokredite, Kleingewerbe, Bildung, Gesundheit, regenerative Energien, Menschen- und Umweltrechte.